Tag des Bieres

500 Jahre Reinheitsgebot & Tag des Bieres

von Chris 23. April 2016 0 Kommentare

Tag des Bieres – Na da feiern wir doch mit.

Legen wir alle mal für einen Tag Shaker und Co zur Seite. Heute nämlich, feiern wir einen ganz besondern Geburtstag. Heute ist der Tag des Bieres.

Gut, da kann man natürlich sagen, dass doch irgendwie jedes Produkt oder jeder Zustand derweilen einen offiziellen Tag hat. Stimmt ja auch. Aber der Tag des Bieres im Jahr 2016 ist zugleich das 500. Jubiläum des deutschen Reinheitsgebots.

500 Jahre? Da kann doch was nicht stimmen.

Ja irgendwie ist das schon verwirrend mit dem deutschen Reinheitsgebot. Die erste Erwähnung dieses Gebotes fand nämlich erst am 4.3.1918 statt. Damals bezog sich Hans Rauch auf eine Vorschrift aus dem Jahr 1516. Die Bezeichnung „Reinheitsgebot“ setzte sich auch hier noch nicht so recht durch. Als sich jedoch in der Fünfziger Jahren die Süßbiere zunehmender Beliebtheit erfreuten, bezog man sich auf die Gesetztes-Grundlage Bayerns, nach welcher die Zugabe von Zucker in Bieren verboten sei.

Ebenso ziehen sich die nachweise der Vorläufer, eines Reinheitsgebots, durch die Verordnungen der deutschen Städte.

Augsburg besagte im Jahr 1156: „Wenn ein Bierschenker schlechtes Bier macht oder ungerechtes Maß gibt, soll er gestraft werden.

Nürnberg erwähnte 1303, dass lediglich Gerste als Getreide für den Brauvorgang verwendet werden dürfe.

Weimar besagt, dass Brauer nichts anders als Malz und Hopfen zu ihrem Bier tun mögen. Was über die Grenzen hinaus kompliziert war, da in weiten Teilen des Rheinlands, die Zugabe von Hopfen verboten war.

München verordnete 1447, dass für die Bierherstellung lediglich Gerste, Hopfen und Wasser zur Bierherstellung verwendet werden dürfe. Moment, das ist doch genau das, was wir heute als 500 Jahre Reinheitsgebot feiern!? Exakt.

22 Jahre später, also 1469 verordnet der Stadtrat von Regensburg, dass nur Gerstenmalz, Hopfen und Wasser zum Bierbrauen verwendet werden darf.

1493 verordnete Herzog Georg der Reiche, dass die Brauer nur Malz, Hopfen und Wasser verwenden dürfen. Zuwiderhandlungen wurden unter Strafe gestellt.

Schließlich erschien im Jahr 1516 die heute gefeierte Bayrische Landesordnung, welche die Brauereivorschrift vorsieht, nach welcher Gerste, Hopfen und Wasser für die Herstellung des Bieres Verwendung finden dürfen. Dies sollte aber nicht lange anhalten.

1551 wurde erlassen, dass die Beigabe von Koriander, Kümmel und anderen Kräutern ebenfalls erlaubt seien.

Erst im Laufe des 19. Jahrhunderts griff man auf die bewährten Gesetze der Frühzeit zurück und regelte die Zugaben von Bier wieder gesetzlich.

Im 20. Jahrhundert wiederum, wurden diverse Entwürfe verabschiedet, welche eine Zugabe von Kartoffelflocken oder Hirse zuließen.

Weniger toll klangen da beispielsweise die erlaubten Zugaben, welche die DDR regelte. Hier war es erlaubt Wasser, Hopfen und Malz auch Gerstenrohfrucht, Reisgrieß, Maisgrieß, Zucker, Stärkecouleur, Natriumsacharin, Pepsinkonzentrat, Milchsäure, Salz, Tannin, Kieselgelpräparate und Ascorbinsäure. Für die Herstellung von Bier zu verwenden.

Die heutige Gesetzesgrundlage regelt die Bierverordnung aus dem Jahr 2005.

OriginalbildQuentin Dr lizensiert unter CC0 1.0


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