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Bar Convent Berlin | Worauf wir uns nicht freuen

Bar-Convent-Berlin

Wenige Wochen zeigt der Countdown an, bis der BCB (Bar Convent Berlin) stattfinden wird. Der BCB ist Europas wichtigste Bar & Spirituosenmesse und lockt jedes Jahr aufs Neue tausende Besucher in die deutsche Hauptstadt.

Auch ich besuche diese Veranstaltung schon seit Jahren und habe die Entwicklung daher aus Sicht der Besucher hautnah erleben können. Diese Entwicklung ist zweifelsohne bemerkenswert schnell vonstatten gelaufen, jedoch muss ich persönlich sagen, dass ich mir in einigen Situationen den alten Bar Convent Berlin zurück wünsche. Nicht weil ich zu denen gehöre, die nostalgisch in die Vergangenheit blicken und beiläufig meine Gedanken mit dem Satz: „Früher war alles besser.“ kommentiere, sondern weil unter dem schnellen Wachstum und dem Umzug der Eine oder Andere Aspekt arg gelitten hat.

Bar Convent BerlinDie Öffnungszeiten des Bar Convent Berlin

Klar, früher war der BCB auch nur an zwei Tagen. Allerdings war die Messe, als sie noch im Postbahnhof am Ostbahnhof stattfand, auch um einiges kleiner. Irgendwie hatten beim damaligen Ausmaß des Convents die Öffnungszeiten perfekt gepasst. Vormittags checkte man ein, ließ sich seine Garderobe abnehmen und schuf sich einen Überblick über das Gelände. Die zwei Etagen und die Innenhöfe waren schnell erkundet uns so konnte man sich zügig mithilfe des Messeplans einen Ablaufplan für die kommenden Tage machen. Das kann man natürlich heute auch noch, allerdings sollte man sich im Vorfeld schon gründlichst überlegen zu welcher Zeit man wo genau sein möchte und was man wann verkostet.

Ein Termin mit seinem zuständigen Außendienstler hier, ein interessantes Gespräch da, dann weiter zum nächsten Redner an den Demo-Bars und weiter geht es. Hat man zwischendurch im peripheren Blickwinkel etwas entdeckt, was die Neugier erweckt, hat man meist schon gar keine Zeit sich damit genau zu beschäftigen. Tiktak Tiktak…. Also nichts wie weiter. Sollte man dann beim Netzwerken noch ein anregendes Thema haben, in das man gerne noch länger versinken würde, stellt sich unverzüglich in innere Unruhe ein. „Sorry Leute, ich muss weiter. Hier meine Karte, lasst mal telefonieren.“ Irgendwie nicht im Sinne des Erfinders, wenn man Netzwerken möchte und aus zeitlichen Defiziten nicht Netzwerken kann. Wenn man mal ehrlich ist sind 8 Stunden am Tag einfach viel zu wenig um den Umfang des Bar Convent Berlin ´s  zu genießen.

Barkeepers Christmas heißt es auf den Bannern. Früher war meine Interpretation lediglich die, dass man sich ja das gesamte Jahr darauf freut. Ich  denke noch immer, dass „Barkeepers Christmas“ sehr passend ist. Man freut sich lange drauf, wenn es soweit ist, ist alles sehr stressig und hektisch und am Ende ist man froh wenn alles überstanden ist. 

Das Leibliche Wohl

Bar Convent BerlinHier mal was verkostet, da mal einen Nipper genommen. Ehe man sich versieht, gibt der Körper die ersten Zeichen, dass man zwischen all dem Flüssigen ja auch mal etwas Festes zu sich nehmen kann. Also schnell etwas zu essen gesucht. Im letzte Jahr war das schon besser als im Jahr 2014. Etwas vegetarisches oder gar veganes zu finden, gestaltet sich jedoch schwierig.

Zudem wissen die Caterer um die Kaufkraft der Gastronomen und präsentieren gerne Preise, welche wiederwillig mit weit aufgerissenen Augen in Kauf genommen werden. Da erinnere ich mich gerne an eine Scheibe Brot mit Raclette-Käse für knapp 5€ oder einen kleinen Pappbecher mit drei Mini-Frikadellen für 5,50€, welche am zweiten Tag dann im Preis gesenkt wurden, weil ein Preis-Battle mit dem Hotdog Stand gegenüber vom Zaun brach.

Alles jedoch nichts wovon man satt wird und nichts womit man sich gerne satt essen würde. Vielleicht trügt mich da meine Erinnerung auch aber irgendwie war das damals im Postbahnhof am Ostbahnhof besser. Da erinnere ich ein erstklassiges BBQ auf dem Innenhof und leckere gefüllte Teigtaschen, welche auch vegetarisch belegt werden konnten.  Man darf gespannt sein, was es dieses Jahr für die Besucher des Bar Convent Berlin zu essen gibt.

Die Laster-Ecke

Hin und wieder stellt sich das Bedürfnis ein dem Trubel in den Hallen zu entfliehen und in aller Seelenruhe eine Zigarette oder Zigarillo zu rauchen. Bei dem alten Ausstellungsort in der Straße der Pariser Kommune, suchte man einen der Innenhöfe auf, suchte sich einen netten Platz und verabredetet sich mit seinem Gesprächspartner auf eine Zigarette. Im Anschluss direkt noch ein Wasser auf die Hand und man ging wieder seiner Wege.

In der Station Berlin gestaltet sich das jedoch etwas schwieriger. Der offizielle Raucherbereich ist ein kleiner schmaler Innenhof, welcher nicht überdacht ist und zudem noch ein beliebter Durchlauf zu den Toiletten. Es stapeln sich die Leute, wie die Gläser und jedes Gespräch wird unentwegt von einem: „Sorry, darf ich mal eben vorbei. Danke!“ unterbrochen. Na wenigstens höflich sind alle zueinander.

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Die wenigen Sauf-Turis

Jedem ist es auf dem BCB schonmal so ergangen, dass man mal eine Runde aussetzen musste und die Eine oder Andere Verkostung aussetzen musste, weil die letzten Stunden bereits ihre Spuren hinterließen.

Das Gute am BCB ist, dass zu mindestens 95% Profis in Sachen Alkohol unterwegs sind. Man arbeitet mit Spirituosen und kennt seine eigene Grenzen sehr gut. Zudem ist die Messe für die Barkeeper und Bartender ja auch als Arbeit zu betrachten. Somit gibt es sehr wenige Ausfälle in den eigenen Reihen. Das ist auch gut so. Drink Responsibly, ein Motto, welches die Produzenten auf ihre Flaschen drucken und wir Gastronomen aus dem Nachtleben auch selbst verinnerlicht haben.

Jedoch kann man, wenn man seinen Kollegen eine ähnliche Einstellung zum Alkohol zuspricht, schnell die interessierten Gastronomen von den vereinzelten Sauf-Turis unterscheiden. Kleine Clans mit Schlagseite und verlorenen Seelen, die beim pilotieren durch die Gänge auf der Suche nach dem nächsten Drink sind. Ein unschönes Beiwerk des üppigen Angebotes an Alkoholen, welches die Veranstalter allerdings sehr gut unter Kontrolle bekamen indem man als „Normalo“ nicht so leicht an Tickets kam. Wie das mit dem Verkauf Vorort ausschaut kann ich nicht beurteilen. Jedoch meine ich, dass die unangenehmen Besucher, welche ohnehin immer in der Minderheit waren, deutlich weniger wurden.

Ich hoffe, dass auch in diesem Jahr wieder ein gesitteter und respektvoller Umgang mit den Gästen des BCB und dem Alkohol vollzogen wird. Schließlich investieren auch die Aussteller einiges um ihre Produkte einem interessierten Publikum zu präsentieren. Auf Leute die nur Drinks abfassen und weiterziehen ohne zu wissen was sie da gerade in den Händen halten, können die Produzenten und ihre Vertreter an den Bars sicherlich gut verzichten.

Schlusswort

Auch wenn die voran gegangen Zeilen etwas kritisch daherkommen muss ich sagen, dass ich mich jedes Jahr auf den Bar Convent Berlin freue. Die Veranstalter und ihr Team machen einen super Job und die Tatsache, dass einige Punkte unter dem Wachstum litten, werden mehrfach durch die Vorzüge der Station Berlin aufgewogen. Berücksichtigt man die Tatsache, dass der BCB eine sehr junge Messe ist, kann man nur staunen wie gut die Messe, unabhängig einiger der obigen Punkte, organisiert ist. 

Wir werden auf jeden Fall vom BCB 2016 berichten und euch während der Messe übe die wichtigsten Neuheiten und Bartrends 2016 auf dem Laufenden halten. C U @ BCB 2016 in Berlin.

Noch kein Ticket für den BCB? Klicke einfach hier. Den Bar Convent Berlin gibt es auch hier auf Facebook.

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One comment

  1. […] Christmas“ aller Ehre. Wir haben ja bereits einen Artikel geschrieben mit dem Namen Bar Convent Berlin 2016 –  Worauf wir uns nicht freuen. Und die Veranstalter Europas größter Bar und Spirituosenmesse haben für die zehnte Ausgabe sich […]

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