Der Barlöffel

Von Chris 31. Januar 2016 1 Kommentar
Der Barlöffel

Der Barlöffel, eines der wichtigsten Tools eines jeden Barkeepers

Der Barlöffel ist ohne Zweifel eines der am häufigsten verwendeten Bar Tools. Sein Erscheinungsbild unterscheidet sich jedoch in Form und Material. Kürzer oder länger, gezwirbelt oder gerade, mit Muldler oder ohne, mit Gabel oder ohne, Stahl oder Kupfer; nur einige der Charakteristika, welche ein Barlöffel mitbringen kann und zwischen denen es zu unterscheiden gilt. Kurz und knackig wollen wir die wichtigsten Anwendungsmöglichkeiten und Besonderheiten des Barlöffels vorstellen.

Wann benötige ich einen Barlöffel?

Der Barlöffel oder auch bar spoon ist in seinem Gebrauch an der Bar so alt wie die Barkultur selbst. Jeder hat schon mal den Satz: „Shaken, not stirred“ zu deutsch „geschüttelt, nicht gerührt“ gehört. Dieser Satz von Ian Fleming’s bekanntesten Charakter, James Bond, ging in die Geschichte ein. Dank diesem Filmzitat weiß selbst der unwissendste Laie, dass Cocktails nicht zwingend in metallenen Bechern geschüttelt werden müssen. Auch wenn Bond diese Methode zu bevorzugen scheint, ist die Rolle der gerührten Cocktails nicht unwichtig. Eine Faustregel besagt, dass alle Cocktails, deren Komponenten aus Alkoholen bestehen, lediglich gerührt werden. Sobald Fruchtsäfte, Sirupe oder ähnliche Komponenten ins Spiel kommen, soll der Shaker benutzt werden.

Eine nette Faustregel, um sich im Groben eine Richtlinie zu setzten, an der man sich orientiert, sobald man mit dem mixen anfängt. Jedoch sollte man sich da schnell ein eigenes Bild machen und sich genau überlegen, was man genau in diesem Moment, mit der Wahl der Technik erreichen will. Habe ich beispielsweise vor den Drink mit Sauerstoff anzureichern, so komme ich um´s shaken kaum rum. Sollen sich aber alle Zutaten einfach vermengen, so rühren wir den Drink. Und genau an dieser Stelle, kommt unser Barlöffel ins Spiel.

BarlöffelDer Barlöffel

Der Barlöffel ist meist zwischen 25 cm und 30 cm lang. Im Laufe der Jahre haben sich unzählige verschiedene Modelle auf dem Markt eingefunden. Darunter auch Ausführungen, welche wesentlich länger waren und somit ca. 50 cm Länge aufwiesen. Diese langen Barlöffel sind meist die japanischen Barlöffel. In der Regel befindet sich am Ende dieser Modelle ein Dreizack. Diese ist für das Aufspießen von Früchten und soll einen schnellen, hygienischen Ablauf an der Bar bewirken ohne dass der Barkeeper sein Handwerkszeug vom Löffel zur Zange wechselt. Am vorderen Ende befindet sich immer die sogenannte Laffe. Dies bedeutet im eigentlichen Sinne „Lippe“ und hat sich als Fachbegriff für die Schaufel durchgesetzt.

Sollte keine Gabel an ihrem Model sein, besteht die Möglichkeit, dass die abgespeckte Variante eines anderen nützlichen Bar Tools, das Ende Ihres Löffels ziert. Viele Barlöffel haben nämlich eine, im Durchmesser 1-2 cm große metallene Fläche an ihrem Löffel. Dies ist ein Muddler, welcher dem Barkeeper den Griff zum Stößel ersparen soll. Gilt es beispielsweise Kräuter oder Früchte anzudrücken, kann dies mit der flachen Rückseite gemacht werden.

Einige Barlöffel haben keines der beiden Attribute. Diese Werkzeuge sind dann hauptsächlich zum Rühren gedacht. Das Ende wird dann häufig von einer Kugel oder einem, mit Kunststoff verkleideten Gewicht geschmückt. Dieses Gewicht soll den Löffel ausbalancieren und ihn im Gebrauch angenehmer zu handeln machen. Viele Barkeeper rühren auch den Drink mit dem Ende des Löffels. Marotte oder tieferer Sinn, ich weiß es nicht. Ich meine mal gelesen zu haben, dass auch Charles Schumann zu denen gehört, die den Drink gerne mal mit dem Griff rühren. Selbstreden Grund genug, es ihm gleichzutun.

BarlöffelDie Technik macht den Unterschied

Der Barlöffel wäre nicht so beliebt an der Bar, wenn er einfach nur als Rühr-Werkzeug fungieren würde. Das besondere am Barlöffel ist, dass er in den meisten Fällen gezwirbelt ist. Mit der richtigen Technik lassen sich dank dieser Form, höhere Umdrehungszahlen beim Rühren erreichen. Umdrehungszahlen? Hört sich ja an als würde einer von Motoren sprechen. Okay, ich gebe es zu, für den Laien hört sich die Wortwahl sicher lächerlich an. Jedoch ist das schnelle Vermengen sehr wichtig. Um so schneller wir rühren, umso schneller kühlt der Drink runter. Demnach wässert der Drink nicht so sehr. Natürlich muss man da viele Faktoren im Auge behalten. So entscheidet der Barkeeper bei der Geschwindigkeit und Dauer beispielsweise darüber, ob der Drink ein wenig Schmelzwasser ziehen soll oder eben nicht.

 

Das Rühren der Cocktails ist fast eine kleine Wissenschaft für sich, die jeder Barkeeper nur autodidaktisch erlernen kann. Kein Mensch dieser Welt kann eine Formel aufstellen, die eine Technik beschreibt, mit der Drinks zubereitet werden, welche noch nicht erfunden wurden. Jeder Barkeeper muss da seinen eigenen Groove mit dem Rührglas und dem Barlöffel finden. Ich kann zum Thema Barlöffel und Mixglas auch den Artikel von Kaspar Fenkart Hier im Blog DRINKS & STYLE empfehlen.

Zurück zu den gedrehten Barlöffeln. Als wir haben gelernt, dass die gedrehten Barlöffel den Barkeeper schneller rühren lassen. Das war aber noch nicht alles. Die gerechten Barlöffel eignen sich wunderbar zum Einschenken von Flüssigkeiten. Beispielsweise Tonic Water, lässt sich dank der Barlöffel einschenken, ohne dass viel Kohlensäure verloren geht. Einfach den Löffel mit der Laffe nach unten in das Glas geben und die Flasche Mit der Öffnung am Griff platzieren. Dann vorsichtig die Flasche heben und die Flüssigkeit läuft an dem Barlöffel in das Glas. Diese Technik eignet sich ebenfalls, um behutsam die Flüssigkeiten im Drinks zu schichten. Die sogenannten „gebauten Cocktails“.

Der Barlöffel als Maßeinheit

Barlöffel gelten an der Bar als Maßeinheit. Jeder der sich mal mit Rezepten beschäftigt hat, stieß unweigerlich auf die Maßeinheit BL (Barlöffel) oder BS ( bar spoon). Ein Barlöffel fasst auf der Laffe etwa 5ml Flüssigkeit. Diese Maßeinheit ist wahrscheinlich die einzige, die auch international einen Stellenwert an der Bar hat. Währen wir unsere Angaben in CL tätigen, können die Amerikaner da meist wenig mit anfangen. Die meisten Europäer hingegen, schauen bei der Angabe OZ (Unze) in die Röhre. Der Barlöffel hingegen,  fungiert als Maßeinheit, welche wir alle gleichermaßen verstehen. Klar, wenn ich für ein Rezept 100ml frischgepressten Orangensaft benötige, schreibe ich für das bessere Verständnis nicht „20 BL Orangensaft“ auf. Aber besonders bei sehr ergiebigen und kräftigen Zutaten ist die Maßeinheit BL besonders hilfreich.

 Bilder: Malkoitrek H2O Wikimedia (CC) | Titelbild:  Alexa Clark

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