Jelly Shots Bar-Trends by Jasmin Fine via Flickr

Jelly Shots

von Chris 21. Januar 2016 0 Kommentare

…Jelly Time

In ausgehöhlten Zitrusfrüchten, Shooter Kunststoffbechern oder auf Amuse Gueule Löffel. Egal in welcher Form sie uns auch immer präsentiert werden, Jelly Shots oder auch Jello Shots finden wir auf vielen Partys. Was auf Abi-Partys  so beliebt ist und von manch einem Junggesellenabschied nicht wegzudenken ist, ist ganz sicher keine neue Erfindung. Die Idee Alkohol mit Gelatine in einen festen Aggregatzustand zu bringen ist so alt wie die Gelatine selbst.

Old School

Schon vor Ewigkeiten kam ein pfiffiges Köpfchen auf die Idee, eine Schale Götterspeise mit Wodka zu kochen und seine Gäste mit diesem Geniestreich auf’s Glatteis zu führen. Witzig. Je nach Verhältnis schmeckt man kaum noch den Alkohol und wenn man erstmal ein paar Löffel genascht hat, machen sich die Umdrehungen bemerkbar. Was einst mit einem Gag startete wurden dann irgendwann ein Party-Must-Have. Plötzlich standen auf allen Veranstaltungen, welchen man dank der Einladung schon angesehen hat, dass hier keinesfalls ein entgegengenommener Nobelpreis gefeiert wird, diese übergroßen Schalen mit dem eingefärbten Grauen. Zugegeben, mal mag das alles ganz witzig sein aber für die Puristen und Genießer unter uns, ist schon das Nachtrinken eine Schande.

New School

Ich will keineswegs behaupten, dass der gelierte Alkohol in irgendeiner Epoche von der Bildfläche verschwand, aber irgendwie hat das ganze Konzept wieder Aufwind bekommen. Die Jelly Shots sind im Grunde nichts anderes als die Horror-Bowl auf der Anrichte des Vorarbeiters. Jedoch hat die Grundidee den Weg in die Bar geschafft und begeistert Gäste auf der ganzen Welt. Jedoch hat der Jelly Shot eine Metamorphose durchlebt und präsentiert sich in völlig neuem Gewand. Auf Bleche, in feinsten schichten  gegossen, bekommt nahezu jeder Evergreen der weltweiten Barkarten eine kleine Hommage in wackelige Form. Mini Mojitos,Daiquiris, Cosmopolitans und Martinis werden mit chirurgischer Präzision geschichtet, geschnitten und liebevoll verziert. Eigentlich eine gute Sache. Wenn man davon ausgeht, dass die Basis gut abgeschmeckt ist und die Konsistenz so erreicht wird, dass die Jelly Shots im Mund zerfließen, hat man bei jedem Bissen einen gleichbleibenden Geschmack.

Wann und wo?

Wenn man noch die Kaltschale des Grauens in Erinnerung hat, fällt es einem schwer, sich der Reinkarnation des Jelly Shots zu nähern. Blendet man aber alle Vorurteile aus, schließt man sehr schnell Freundschaft mit den kleinen verrückten Häppchen. Ob als Amuse Gueule vor dem Essen, als Add On zum Drink, zur Begrüßung der Gäste, auf Partys oder im Club. Der Jelly Shot macht in seiner neuen Form so einiges her. Mit der Handwerkskunst eines talentierten Mixologen lassen sich geliebten Drinks nachbilden und neu interpretieren. Klingt ja eigentlich ganz cool.

Nein danke, ich bin Veganer!

Ja da haben wir es wieder. Die alte Geschichte von dem der den ganzen Tag in der Küche steht und nicht ahnt, dass unter seinen Gästen Vegetarier oder Veganer sind. Zugegeben, die Herstellung von Jelly Shots ist jetzt nicht unbedingt das wackelige Äquivalent zu einem aufwändigen Thanksgiving Essen, aber wenn man mit all seinen Gästen zur Begrüßung mit einem Löffel gelierten Alkohol anstoßen will, ärgert man sich über sich selbst, wenn ein Teil der Gäste aussetzen muss. All den Nichts-dem-Zufall-Überlasser unter euch sei gesagt, dass es im Internet diverse Rezepte mit Agar-Agar gibt. Agar-Agar ist ein pflanzliches Binde- und Geliermittel und somit auch für Vegetarier oder Veganer geeignet.

Mein Résumé

Ich hab mich ja die letzten Jahre mit aller Macht gegen Jelly Shots gewehrt aber mittlerweile sehe ich, sowohl für private Partys als auch für den Einsatz an der Profi-Bar, ein riesiges Potential. Wenn die Rezeptur geschickt zusammengestellt wird und der Stil der Anrichte passt, sind Jelly Shots ein klasse Party-Extra. Jedoch sollte man sich im Klaren sein, dass die Old Scholl Rezeptur mit Vodka und Waldmeister-Götterspeise niemanden mehr hinter´m Ofen vor holt. Daher lieber nach ein paar coolen Drinks im Internet schauen und diese versuchen als Jelly Shot nachzubilden.

Foto: Jasmin Fine 

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