Tequila – Warum du ihm eine zweite Chance geben solltest

Von Chris
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Tequila, kaum einer weiß nichts mit dem klaren Destillat aus dem fernen Mexiko anzufangen. So hat doch jeder in seiner Adoleszenz oder teils auch in späteren Jahren schlechte Erfahrungen sammeln müssen. Nicht selten wird der Protagonist aus dem Freundeskreis, der mit einer Runde “Agaven-Schnaps” zum Tisch zurückkehrt mit den Worten: „Ne du, lass mal!“ oder „Auf keinen Fall, mit dem Zeug hab´ ich schlechte Erfahrungen gemacht!“ wieder abmoderiert – schade eigentlich. So sollte doch die breite Masse, gerade in der heutigen Zeit, dem Tequila eine zweite Chance geben. Da ist nämlich so einiges passiert.


Woraus stellt man Tequila eigentlich her?

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Tequila “Silver” der Marke Jose Cuervo mit Zitrone

Tequila ist, kurz und knackig gesagt, ein Agaven Destillat. Der Name Agave kommt jedoch von dem griechischen Wort Agavos und bedeutet soviel wie edel, prachtvoll oder auch erhaben. Der Eine oder Andre wird an der Stelle direkt sagen: „Agave!? Das ist doch ein Kaktus!“ Die Hobby-Botaniker werden an der Stelle allerdings auf Korrektur insistieren und uns eines besseren belehren.

Tatsächlich ist Agave nämlich ein Spargelgewächs. Jedoch weist die Agave viele Charakteristika der Kakteen auf. Besonderes hervorzuheben ist hier die unvergleichbare Widerstandsfähigkeit. Agaven haben nämlich nur wenig Wasser im trockenen und heißen Mexiko zur Verfügung. Ihre Flüssigkeit beziehen sie daher hauptsächlich aus der Luftfeuchtigkeit in Form vom morgendlichem Tau. Hier kommen ihr die unzähligen, langen, spitzen Blätter zugute, welche in alle Himmelsrichtungen empor steigen und so reichlich Fläche bieten, um Wasser aufzunehmen.

Von den viele verschieden Agave-Arten ist für uns die „Agave Tequilana“ am interessantesten, da aus ihr Tequila hergestellt wird. In Deutschland werden einige vielleicht schonmal ihren simpleren Namen “Blaue Weber Agave” gehört haben.


Tequila warum er eine zweite Chance verdient hat Banner für Pinterest

Wie stellt man Tequila her?

Wie lange die Agave wachsen darf, kommt auf diverse Faktoren an. Zum einen auf die Qualität des Endprodukts und zum anderen auf die Lage der Pflanze. Hier unterscheiden wir zwischen Highlands und Lowlands, welche unterschiedlichste Klimazonen vorweisen und so auch sehr verschieden auf die Pflanze einwirken. Nicht selten werden Pflanzen aber erst nach weit über 10 Jahren geerntet. Eine Zeit, bei der mitteleuropäische Spargelbauern die Hände über dem Kopf zusammenschlagen würden. Hier kommt den Mexikanern allerdings ihre Gelassenheit zugute. Bei der Ernte werden mit rasiermesserscharfen Werkzeugen die Blätter der Pflanze entfernt, bis man eine große Knolle ernten kann, die dann nach einer Ananas ausschaut. Dieser Assoziation verdankt sie auch ihrem Namen Piña.

Die saftigen Piñas werden im Anschluss gekocht oder gedämpft. Bei diesem Prozess wird der Zucker in Einfachzucker umgewandelt. Weiterführend wird die nun weiche Piña zerkleinert und ausgewaschen. Die süße Flüssigkeit, die dabei entsteht, ist die Basis für den -Tequila-. Nun entscheidet man ob man 100% Agave-Tequilas herstellen will oder nur einen Teil des Agavensaftes verwendet. Alternativ-Zugaben wären des Desgtillationsvorgangs wären beispielsweise Zuckerrohr. Diese Produkte sind dann allerdings von minderer Qualität. Nachdem das Produkt mindestens zweimal destilliert wurde, erhält man Tequila. Um Reposados oder Añejos zu produzieren, muss der Tequila anschließend in Eichenfässern reifen.


Tequila in Deutschland

Um auf den Einleitungstext zurückzukommen, in dem ich erwähnte, dass gerade heutzutage Tequila eine zweite Chance verdient haben muss ich noch einen kleinen Zeitsprung in die Vergangenheit machen. 

Als Tequila in den 70ér Jahren in Deutschland der Masse zugänglich wurde, setzten die Importeure auf Silver und Gold Tequilas mit einem geringeren Agave-Anteil . Hier wurde gerade einmal das gesetzliche Maß eingehalten. Zudem durften die preiswerten Produkte auch im Ausland abgefüllt werden. Dies darf bei 100% Agave-Tequilas nicht sein. Durch diese Preispolitik wurde dem Deutschen ein Produkt nahegebracht, welches nicht ansatzweise mit einem richtigen Tequila vergleichbar ist. Gepaart mit dem Kult des „Lecken-trinken-beißen“ wurde Tequila zu einem minderwertigen Produkt der Saufkultur verschrien.

Erst viele Jahre später steigerten die großen Produzenten den Agave-Anteil in ihren Produkten und listen heute zusätzlich unzählige 100% Agave-Tequilas. Also kann ich jedem nur empfehlen sich einen 100% Agave-Tequila zu ordern um dann sein endgültiges Urteil  über die Spirituose zu fällen, die uns über viele Jahre nicht so verkauft wurde, wie die Mexikaner sie eigentlich konzipierten.


Photo by Erol Ahmed on Unsplash

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